Rocche Dei Manzoni
Als Valentino Migliorini 1972 zusammen mit seiner Frau Iolanda das Weingut Rocche Dei Manzoni kauft, geschieht dies unter großer Skepsis der anderen Winzer der Gegend. Denn Valentino kommt gar nicht aus dem Piemont, sondern ist ein erfolgreicher Gastronom aus der Emilia-Romagna, dessen Restaurant Michelin-Sterne-Anerkennung erhalten hat, und nun ist er auf der Suche nach seinem nächsten gastronomischen Abenteuer, und das soll sich um Wein drehen!
Er ist nicht in Barolo aufgewachsen, und deshalb wurden ihm die Regeln und Dogmen der Region nicht von Kindesbeinen an eingetrichtert. Zur großen Verwunderung der Einheimischen schaffte er die großen und traditionellen Botti-Fässer zugunsten kleiner Barrique-Fässer ab, wenn er seinen Rotwein reifen ließ. Das war der Beginn eines großen Stilwechsels in Barolo, und Valentino Migliorini wurde einer der ersten Modernisten in Barolo.
Die modernistischen Weine waren weicher, runder und konnten viel früher getrunken werden als die traditionalistischen, die oft Jahrzehnte im Keller brauchten, bevor sie genossen werden konnten. Dies war ein Durchbruch in der Art und Weise, wie man über Barolo-Wein dachte, und Rocche Dei Manzoni entwickelte sich von einem ketzerischen Neuankömmling, der sich an Traditionen vergriff, zu einer Ikone und einem Pionier in der Region.
Heute wird das Weingut von Valentinos Migliorinis Sohn, Rodolfo, geleitet, der Rocche Dei Manzoni im Geiste seines Vaters weiterführt. Auch er scheut sich nicht, neue Methoden auszuprobieren, und hat als eine seiner eigenen Initiativen die Lagerung in Zement-Eiern eingeführt.
Die Weine von Rocche Dei Manzoni sind großartige Meisterwerke, die es wagen, einen so unsterblichen Klassiker wie den Wein der Könige, Barolo, neu zu interpretieren. Eine schwierige Mission, aber Rocche Dei Manzoni gelingt dies Jahrgang für Jahrgang.